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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0006048432 604843 -   € -   €
 
 
 

Henkel VZ Downgrade


11.11.2002
Nord LB

Wertpapieranalyst Thorsten Strauß von der Norddeutschen Landesbank sieht die Vorzugsaktie der Henkel KGaA (WKN 604843) nur noch als eine Halteposition.

Im dritten Quartal 2002 sei der Umsatz um 0,7% auf 2,37 Mrd. Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis EBIT habe sich um 14,7% auf 160 Mio. Euro verbessert und das Ergebnis je Aktie um 14,1% auf 0,73 Euro. Die Zahlen hätten leicht unter den Analystenschätzungen gelegen. Für die ersten neun Monate habe sich ein Umsatzanstieg um 2,4% auf 7,27 Mrd. Euro ergeben, eine Steigerung des EBIT um 9,6% auf 490 Mio. Euro und ein um 6,5% auf 314 Mio. Euro verringertes Nettoergebnis.

Obwohl der für das Gesamtjahr erwartete Umsatz von 9,7 Mrd. Euro unter dem im Frühjahr genannten Wert von über 10 Mrd. Euro liege, habe der Vorstand die Erwartung einer mindestens 10%igen Steigerung des operativen Gewinns bekräftigt. Zudem sei die Zahlung einer unveränderten Dividende in Aussicht gestellt worden.


Die Umsetzung eines im November 2001 gestarteten Sonderrestrukturierungs-Programms, das bis Ende 2003 die Streichung von 3.000 Stellen, Fabrik-Schließungen und den Verkauf wenig lukrativer Geschäfte vorsehe, liege im Plan. Bisher habe es Einsparungen von 43 Mio. Euro gebracht, bis Jahresende sollten sie auf 50-60 Mio. Euro steigen. Insgesamt würden sich die Einsparungen bis Anfang 2004 auf 130 Mio. Euro summieren. Mit der Erhöhung des Werbeetats um 5% und der Einführung zahlreicher Produktneuheiten begegne der Konzern dem verstärkten Konkurrenzdruck durch No-Name-Produkte.

Keinen Kommentar habe die Unternehmensführung zu Spekulationen abgegeben, dass die Übernahme von Wella zu einem angeblichen Kaufpreis von rund 5,8 Mrd. Euro geplant sei. Allerdings beabsichtige Henkel, die Haarpflege-Sparte durch Zukäufe zu stärken.

Das Researchteam der Nord LB rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 9,87 Mrd. Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 437 Mio. Euro. Nächstes Jahr sollten die Erlöse auf 10,28 Mrd. Euro und der JÜ auf 507 Mio. Euro steigen.

Der Henkel-Konzern habe im bisherigen Jahresverlauf in einem schwachen Umfeld relativ gut abgeschnitten. Gegenüber fast allen Wettbewerbern weise die Aktie einen deutlichen Bewertungsabschlag auf, der sich nur teilweise fundamental erklären lasse. Eine höhere Bewertung erscheine möglich, wenn die Unsicherheit über geplante Akquisitionen beseitigt, die Kostenstrukturen weiter verbessert, die Markenstrategie erfolgreich überarbeitet und Änderungen in der Kapitalstruktur bzw. der Rechtsform vorgenommen würden. Spekulationen um eine Übernahme der Wella AG, die strategisch sinnvoll, aber teuer und nur mit Hilfe einer Kapitalerhöhung zu finanzieren wäre, würden den Aktienkurs kurzfristig belasten.

Da die Analysten der Nord LB zudem die Branche wegen ihres stark defensiven Charakters zurückgestuft haben, weil sie in einem Aufschwung an Attraktivität verlieren dürfte, lautet deren Empfehlung für Henkel nun "halten" nach zuvor "akkumulieren".




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